Lichterfest Burg Wersau

14.07.2018

14.07.2018

Die Burg unter der Grasnarbe

Burg Wersau war eine der bedeutendsten Burgen der Kurpfalz zwischen Heidelberg und Speyer. Sie war die letzte Festung für alle Reisenden auf dem Weg über den Rhein Speyer, eine der wichtigen Kirchensitze des Heiligen Römischen Reiches im Mittelalter. 1386 wurde auf Burg Wersau die Gründungsurkunde der Universität Heidelberg übergeben. Doch die Geschichte des Areals Wersau beginnt weit davor. Archäologische Funde der letzten Jahre zeigen, dass sich die gesamte Siedlungsgeschichte des Rhein-Neckar Kreises an dieser der Stelle der Burg widerspiegelt. Funde aus Steinzeit über zur Bronzezeit, aus Zeiten der alten Römer, des Mittelalters und des Kurfürsten im 16.Jahrhundert bis zu Münzen aus dem zweiten Weltkrieg zeigen, dass dieser Flecken Erde für die Menschen von Anbeginn unserer Geschichte ein besonderer Ort gewesen war, an dem sie siedelten, lebten, liebten und kämpften.

Zahlreiche Kriege und Belagerungen wurden hier ausgefochten und überwunden. Im 17. Jahrhundert wurde die letzte stattliche Burganlage von den Franzosen zerstört und bald darauf wurde die Burg als Steinbruch freigegeben ‒ ihre Steine zum Bau von Häusern und Brücken in der ganzen Region verwendet. Damit verschwanden alle bisherigen Gebäudeteile über der Erdoberfläche, der Boden wurde eingeebnet und es entstand 1886 das bislang jüngste Gebäude ‒ die Wersauer Schloßmühle. Doch unter der Grasnarbe des Areals warten die Hinterlassenschaften aus mehreren Jahrtausenden, die seither im Dunkeln ihres Dornröschenschlaf schlummern. Der Arbeitskreis Burg Wersau der Freunde Reilinger Geschichte e.V. hat sich zur Aufgabe gesetzt diese Artefakte zu bergen und die Entwicklungsgeschichte unserer Region und besonders dieses magischen Flecken Heimatbodens zu erforschen und für jedermann erlebbar zu machen.

Lichterfest lockt Bevoelkerung

Bei lauschiger Sonnenuntergangs-Atmosphäre lud das Team des Fördervereins Burg Wersau um "Mr. Dax" Dirk Müller und der begeisternden Ausgräberin Hella Müller, sowie ettlichen archäologiebegeisterten Helfern zu ihrem ersten öffentlichen Fest auf dem Gelände der ehemaligen Burg Wersau. Seit Ende 2007 werden dort in unermüdlicher Kleinarbeit die Ruinen der alten Schlossanlage freigelegt. An diesem Abend rückte die Hockenheimer Lichtkunstgruppe „Pendeloque“ dieses faszinierende Projekt auf eine subtile und höchst erfolgreiche Art in den Fokus der Gemeinde. Bei einem Wetter, das besser nicht sein hätte können feirten die zahllosen, unerwartet vielen Gäste einen Sommerabend voll positiver Heimatverbundenheit und fühlbarer Zeitgeschichte. Ein wundervoller Abend der Gemeinschaft, eingehüllt in den Atem der Geschichte erfüllt vov beeindruckendem Licht der Gegenwart – ein sinnliches, poetisches sowie genussvolles Lichterfest.

Nur wer die Geschichte kennt, versteht die Gegenwart und kann die Zukunft gestalten.

Eingehuellt in den Atem der Geschichte

Presse

" Eingehüllt in den Atem der Geschichte "

— Schwetzinger Zeitung